Partnerschaftsverein

Freundschaft mit Jaroslawl e.V.

 

Zur Geschichte und zur Tätigkeit des Vereins „Freundschaft mit Jaroslawl“

 

 

Die Gründung des Vereins geht auf eine Reise 1992 mit einer städtischen Delegation zurück, die aus Vertretern von Politik, Sport, Kunst und Kultur, Geschichtsvereinen und auch der Medien bestand. Alle waren damals so begeistert von der Stadt Jaroslawl und ihren Menschen, daß spontan die Idee geboren wurde, einen Partnerschaft- und Freundschaftsverein in Hanau für Jaroslawl zu gründen.

 

 

Einige Informationen zur russischen Partnerstadt

 

Jaroslawl hat heute die Größe von Frankfurt, der Stadtkern allerdings, das historische Jaroslawl sozusagen, ist vergleichbar mit dem heutigen Hanau, ohne die Eingemeindungen von 1974.

Die russische Stadt an der Wolga war, und ist auch weitgehend heute noch, eine wohlhabende und von Kunst und Kultur geprägte Stadt. Sie hat in früheren Jahrhunderten Reichtümer ansammeln können, vor allem durch den Handel zwischen Ostsee und Schwarzem Meer.

Ein wenig anders als in der deutschen Tradition, haben reiche Familien bis weit in das 19. Jahrhundert in Rußland damit gewetteifert, daß sie Kirchen bauen ließen und Klöster reich beschenkten und ausstatteten. So gehört denn Jaroslawl zum berühmten „Goldenen Ring“ und profitierte auch durch die Tatsache, daß die Front des Zweiten Weltkrieges nicht bis in die Nähe von Jaroslawl rückte.

 

Jaroslawl ist mit den Veränderungen durch „Glasnost“ und „Perestroika“ vergleichsweise schnell und gut fertig geworden und hat die Chancen der  neuen politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen aufgegriffen und gut genutzt. So ist es auch kein Wunder, daß Oberbürgermeister Wiktor Woluntschunas, noch in den 80iger Jahren ins Amt gekommen, in freien Wahlen immer wieder in seinem Amt bestätigt wurde. Der frühere „Auslandsbürgermeister“ Alexander Sisow wurde in den letzten Jahren in die Staatsduma gewählt und zählt zu den engsten Beratern von Präsident Putin. Sein Nachfolger wurde Walerij Welitschko, der inzwischen der erste Stellvertreter des Oberbürgermeisters wurde.

 

Gründung des Vereins und seine Ziele

 

Der Verein „Freundschaft mit Jaroslawl“ wurde bald nach dem Besuch der erwähnten Delegation im Sommer 1992 am 1. Oktober dieses Jahres gegründet und hat seinen Sitz in Hanau/Main. Er wurde am 22. Dezember 1993 beim Amtsgericht Hanau in das Vereinsregister eingetragen.

 

In seiner Satzung nennt der Verein „Freundschaft mit Jaroslawl“ folgende Ziele:

Im Sinne der Völkerverständigung fördert der Verein freundschaftliche und partnerschaftliche Begegnungen und Beziehungen zwischen der Bevölkerung der russischen Stadt und Region Jaroslawl an der Wolga und der bundesdeutschen Stadt und Region Hanau am Main, insbesondere den Austausch auf sozialen, kulturellen, wirtschaftlichen, sportlichen und anderen Gebieten. In diesem Sinne verfolgt der Verein folgerichtig ausschließlich gemeinnützige und ideelle Ziele.

 

Offizielle Städtepartnerschaft aus der Sicht der Stadt Jaroslawl

 

Seit Beginn einer engeren Verbindung ab 1992 mit Jaroslawl, der Stadt an der Wolga, etwa 280 km nordöstlich von Moskau gelegen, wurden alljährlich diese Verbindungen mit Hanau enger und intensiver. Etliche Besuche von Vereins- und von Magistratsvertretern aus Hanau verstärkten in Jaroslawl den Eindruck, daß es gut wäre, mit Hanau eine offizielle Partnerschaft einzugehen, obwohl doch bereits mit dem hessischen Kassel eine offizielle Partnerschaft bestand.

 

So wurde Hanau schon in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts die zweite Stadt in Deutschland, die eine solche offizielle Partnerschaft mit Jaroslawl aufweisen kann.

Und damit ist Deutschland das einzige Land, das zwei Städte stellt, die mit dem russischen Jaroslawl in einer Partnerschaft verbunden sind. Zu ergänzen ist hier lediglich, daß auch das Land Hessen mit der Region Jaroslawl, dort Oblast genannt, eine offizielle und intensiv mit Leben erfüllte partnerschaftliche Verbindung pflegt.

 

Humanitäre Hilfe

 

Eine wichtige Rolle spielt beim Partnerschaftsverein „Freundschaft mit Jaroslawl“ die humanitäre Hilfe. In den letzten Jahren gingen beispielsweise regelmäßig Hilfstransporte mit humanitären Hilfsgütern nach Russland, u.a. an das Tuberkulose Kinderkrankenhaus sowie an ein Waisenhaus. Neuerdings ist auch die Internatsschule Nr. 9 hinzugekommen.

 

Diese Hilfsgüter umfassten z.B. Kleidung für Kinder und Erwachsene, Spielzeug, Babyartikel, Kinderbetten sowie Kinderwagen. Für das Tuberkulose Kinderkrankenhaus konnte vor einigen Jahren auch ein Bronchoskop übergeben werden. Rund 17610.- DM wurden hierfür allein 1999 gespendet. Seit 1992 besteht diese sehr enge Verbindung zu diesem Tbc-Kinderkrankenhaus, viele Vereinsmitglieder haben auch persönlich für die kranken Kinder gespendet oder Spenden gesammelt. Ebenfalls wurden finanzielle Mittel, bzw. Spenden für weiteres medizinisches Gerät und Lebensmittel zur Verfügung gestellt. Die Mitarbeiter und die Geschäftsleitung von PHOENIX Hanau spielen hierbei ein ganz herausragende und beispielgebende Rolle.

 

Für die Menschen in Jaroslawl spielen Spenden für soziale , aber auch kulturelle Einrichtungen eine nicht unwesentliche Rolle. So unterstrich die Vorsitzende des dortigen Vereins, Nina Grijasnowa in einer gemeinsamen Sitzung der beiden Partnerschaftsvereine im Juli 2004, daß diese finanzielle Hilfen im russischen Jaroslawl für soziale und kulturelle Einrichtungen eine außerordentliche große Unterstützung darstelle. In diesem Jahr 2004 gab es im Zusammenhang mit dem Besuch von 19 Personen aus Hanau einige finanzielle Hilfen für solche Einrichtungen in Jaroslawl.

 

So hatte der Schatzmeister von „Freundschaft mit Jaroslawl“, Wolfgang Mach,  zu seinem 40. Geburtstag anstelle von Geschenken Geld für ein Waisenhaus in Jaroslawl gesammelt und konnte dieses vor Ort überreichen. Der Vorsitzende Klaus Remer hatte zu seinem 65. Geburtstag das gleiche getan und übergab eine stattliche Summe dem Sobinow-Museum. Eine noch größere Summe wurde dem Tbc-Kinderkrankenhaus durch die Tochter des verstorbenen Vorstandsmitgliedes Klaus Schaller zur Verfügung gestellt.

 

Das langjährige Engagement des Vereins für das Tuberkulose Kinderkrankenhaus wurde 2004 dadurch gewürdigt, daß der Gesundheitsdezernent des Oblast Jaroslawl, Sergej Baryschew, in einer kleinen Feierstunde Ehrenurkunden überreichte, eine Ehrung, wie betont wurde, die erstmals Mitgliedern eines Partnerschaftsvereins zuteil wurde.

 

Der Besuch der Internatsschule Nr. 9 in 2004 führte zu einer weiteren, nicht geplanten Spende. Der Vorstand des Vereins beschloß einstimmig in Jaroslawl, nach dem Besuch dieser Schule weitere 920 Euro zur Verfügung zu stellen, um damit Instrumente für eine Band zu kaufen, die als Erfolg von guter Jugendarbeit innerhalb der Schule entstanden ist. Eine Teilnehmerin der Delegation stellte spontan weitere 400 Euro dieser Internatsschule zur Verfügung. Und die Delegation versprach in diesem Jahr 2004, im kommenden Jahr werde es erneut einen Besuch aus Hanau geben.

 

 

Offizielle Städtepartnerschaft aus der Sicht der Stadt Hanau

 

Besucher aus Hanau, die zum erstenmal diese Stadt besuchen, sind immer wieder begeistert von deren Schönheit, aber auch natürlich von der sprichwörtlichen russischen Gastfreundschaft. Und nicht wenige aus dem Verein „Freundschaft mit Jaroslawl“ sind schon sechs oder sieben Mal oder noch öfter in Jaroslawl gewesen.

 

Das offizielle Hanau, Magistrat und Stadtverordnetenversammlung, haben 2002 die gewachsene Verbindung damit gewürdigt, daß sie auch in Hanau durch einen formellen Beschluß auf die Ebene einer offiziellen Partnerschaft gehoben wurde, nachdem Jaroslawl schon 1994 dieser Verbindung einen offiziellen partnerschaftlichen Status gegeben hatte. Die Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde in Hanau erfolgte am 5. September 2004 in einer feierlichen Zeremonie im Stadtverordnetensitzungssaal durch die beiden Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Wiktor Woluntschunas.

 

Kulturelle und soziale Verbindungen zwischen Hanau und Jaroslawl

 

Seit 1992 besteht ein reger Besuch insbesondere von Künstlern aus Jaroslawl nach Hanau, wobei diese russischen Künstler hier erstaunlich viele Freunde ihrer Kunst gefunden haben Es gibt inzwischen eine große Zahl von Liebhabern und Sammlern der russischen und insbesondere der Jaroslawler Kunst. Fast in jedem Jahr fanden bisher Verkaufsausstellungen der Jaroslawler Künstler statt, meist beim Künstlerweihnachtsmarkt, inzwischen auch regelmäßig in der Galerie „forum 11“, und zwar jeweils mit beachtlichen Erfolgen.

 

Mit den Malern kamen aber auch beispielsweise schon einige Male im Dezember  „Guslispieler“ mit ihren Saiteninstrumenten nach Hanau, diese hatten schon einige Auftritte auf dem Weihnachtsmarkt vor dem Hanauer Rathaus und werden auch 2004 wieder dabei sein.

Im Dezember 2001wurde etwa auch, in Verbindung mit dem Besuch dieser Jaroslawler Künstler, in der Gebeschusschule eine Ausstellung eröffnet, mit wunderschönen Bildern und Figuren, von Kindern aus Jaroslawl gestaltet mit Motiven von Märchen der Brüder Grimm. Die Ausstellung war damals von einem engagierten Kollegium der Gebeschusschule hervorragend vorbereitet und präsentiert worden.

 

Auf Einladung der Stadt Hanau kam im Sommer 2002 auch eine Fußballmannschaft in unsere Stadt, dabei fand u. a. ein Fußballspiel gegen eine Hanauer Auswahlmannschaft statt. Auch bei diesem Besuch war unser Verein, in Abstimmung mit der Stadt Hanau, tätig bei der Betreuung dieser junger Fußballer, die mit ihrem Aufenthalt in Hanau höchst zufrieden waren. Für 2005 ist eine erneute Begegnung von Fußballern aus Jaroslawl und Hanau geplant.

 

Schon einige Male gastierte der berühmte Glass-Chor aus Jaroslawl in Hanau. Nicht zuletzt Dank der Unterstützung des Hauses PHOENIX wurden u.a. Konzerte in den letzten Jahren in der Marienkirche sowie in der Martin-Luther-Stiftung möglich.

 

Neu war im Jahre 2004 ein Konzert des Sobinow-Kammerchores in der Hanauer Stadthalle, bei dem es zum Schluß „standing ovations“ gab. Dieses Konzert des Sobinow-Kammerchores hat durch die Verbindung von Solisten, von Tanz und szenischer Bewegung und mit seinen wunderbaren Stimmen das Publikum begeistert. Nach dem Konzert im September diesen Jahres ist von vielen Besuchern gefragt worden, wann der Chor denn wieder einmal nach Hanau kommen werde.

 

Dies ist von uns nun gerne aufgegriffen worden und in Gesprächen mit dem Chor und mit der Stadt Hanau wird bereits intensiv geplant für das kommende Jahr. Der Stadt Hanau ist der Verein „Freundschaft mit Jaroslawl“ für die intensive Unterstützung und die rasche Bereitschaft dankbar, das Konzert im CPH durchzuführen, als eine gemeinsame Veranstaltung von Hanaus Kulturverwaltung und Partnerschaftsverein.

Die Mitglieder des Sobinow-Chores haben übrigens Hanau in bester Erinnerung, und dies nicht nur wegen des großen Publikumserfolges sondern auch darum, weil bei keinem Folgekonzert so gute technische Voraussetzungen wie in Hanau mehr gegeben waren.

 

Von großer Bedeutung ist die von der „Hanauer Kantorei“ und der Stadt Hanau  für den 19. März 2005 geplante Aufführung des „War-Requiems“ von Benjamin Britten. Unser Verein spielt hierbei ein vermittelnde Funktion, da es sehr viele Beteiligte bei diesem so großartigen Ereignis gibt und wir unsere Erfahrungen und Verbindungen in die Vorbereitungen mit einbringen können. Der Stadt Hanau ist hierbei für ihr großes Engagement Dank zu sagen.

 

Das „Deutschzentrum“ und offizielle Delegationen in Hanau

 

Ein besonderer Aspekt in dem Bemühen um junge Menschen ergab sich durch inzwischen zwei Besuche des „Deutschzentrums“ aus Jaroslawl in Hanau mit jeweils fast 40 Personen. Hierbei handelte es sich überwiegend um Studenten und Schüler sowie Hochschullehrer aus Jaroslawl.

 

Ziel dieser Reisen war aus Sicht des Deutschzentrums, die dort erworbenen Deutschkenntnisse anzuwenden und die deutsche Kultur ein wenig mehr in Deutschland selbst kennenzulernen. Ein besonderer Höhepunkt bedeutete für die russischen Gäste jeweils ein Empfang durch den Hanauer Magistrat sowie u. a. durch die „Märtesweinvereinigung“, hier verbunden mit  einer Bücherübergabe für das „Deutschzentrum“.

 

Die Begegnungen mit dem „Deutschzentrum“ in Jaroslawl und die Möglichkeiten, die sich hieraus vor allem für junge Menschen ergeben, sollen auch in der Zukunft fortgesetzt werden. Interessant in diesem Zusammenhang ist, daß von diesem „Deutschzentrum“ auch als Folge der Besuche in Hanau eine deutschsprachige Zeitung entstanden ist, die in Jaroslawl regelmäßig erscheint.

 

Die gute Kooperation zwischen Stadtverwaltung und Partnerschaftsvereinen zeigt sich im übrigen sowohl in Jaroslawl als auch in Hanau. So wurden anläßlich der Eröffnung der Landesgartenschau in Hanau offizielle Delegationen aus Hanaus Partnerstädten eingeladen, die dann von den hiesigen Partnerschaftsvereinen betreut wurden. Dies geschah beispielsweise zur Eröffnung der LGS bei einer Delegation aus Jaroslawl unter Leitung des dortigen „Auslandsbürgermeisters“ Walerij Welitschko. Und beim Besuch des Oberbürgermeisters Wiktor Woluntschunas zum Bürgerfest 2004 war wiederum der Partnerschaftsverein beteiligt bei der Betreuung der Jaroslawler Delegation.

 

2002 - der Verein „Freundschaft mit Jaroslawl“ besteht nunmehr zehn Jahre

Diesen ganzen Teil würde ich in „Kulturelle und soziale Verbindungen“ besser aufgehoben sehen

Im Jahr 2002 wurde der Verein „Freundschaft mit Jaroslawl“ zehn Jahre alt. Mit 25 Personen reiste eine größere Delegation aus diesem Grund in die russische Partnerstadt. An den historischen Zusammenhang von Städtepartnerschaften und ihrer Entwicklung nach 1945 sollte u. a. auch eine junge Eiche erinnern, die dort offiziell übergeben wurde und die von einem kurz zuvor durchgeführten Besuch des Hanauer Geschichtsvereins nach Frankreich aus den Wäldern um Verdun stammte, in denen es im Ersten Weltkrieg schreckliche Kämpfe gab.

 

Besonders interessant und vom Ergebnis her von großer Bedeutung war ebenfalls die Tatsache, daß 9 Mitglieder des „Hist(o)erischen Theaters Hanau“ mit nach Jaroslawl gekommen waren, die mit dem dortigen Jugendtheater Kontakte knüpften und einen gemeinsamen Theater-workshop durchführten. Auch die neun Vertreter des HTH waren am Ende so sehr begeistert von der Reise, daß das „Hist(o)erische Theater Hanau“ bald danach als Verein dem Partnerschaftsverein „Freundschaft mit Jaroslawl“ ebenfalls beigetreten ist. Eine Beteiligung des „Theaters für junge Zuschauer Jaroslawl“ bei den Internationalen-Amateurtheatertagen 2003 wurde ebenfalls noch in Rußland verabredet.

 

Probleme bei Städtepartnerschaften, so auch bei Jaroslawl

 

In den ersten Jahren gab es auch eine häufige Begegnung von Senioren, von den russischen Freunden „Veteranen“ genannt. Diese Begegnungen sind stark rückläufig, da die Jahrgänge, die noch den Zweiten Weltkrieg bewußt miterlebten, immer mehr aussterben. Hier ist eine interessante Parallele zu allen anderen Hanauer Partnerstädten zu verzeichnen – der Jaroslawler Freundschaftsverein pflegt gute Kontakte zu den Hanauer Partnerschaftsvereinen - , denn das gleiche Phänomen tritt überall auf: mit der geringer werdenden Zahl dieser Kriegsjahrgänge verschieben sich die Akzente in der Zusammensetzung der Menschen bei Partnerschaftsbegegnungen.

 

Und noch eine bemerkenswerte Parallele ist bei allen Partnerschaftsvereinen zu finden: die Schwierigkeit, junge Menschen für diese Vereine und für deren Aufgaben zu finden. Die Gründe sind leicht erklärbar. Der Krieg als unmittelbares Erlebnis, das zum Engagement für Völkerverständigung, Partnerschaften und Völkerfreundschaft führt, fehlt bei jüngeren Generationen. Für sie ist umgekehrt das normaler Alltag, was für ältere Menschen undenkbar war: daß man leicht, das nötige Geld vorausgesetzt, ohne Visa oder besondere Genehmigungen ins Ausland reisen kann, daß es sogar möglich ist, relativ komplikationslos seinen Wohnort in ein anderes Land zu verlegen etc.

 

Für alle Partnerschaftsvereine ist es wichtig, den Weg zu jüngeren Generationen zu finden. Hier sind die Kultur eines Landes, seine Geschichte, menschliche und freundschaftliche Begegnungen, und nicht zuletzt der Sport, eine gute Möglichkeit und eine Ausgangsbasis, sich für solche Partnerschaften und Partnerschaftsvereine zu engagieren und auch in einem Partnerschaftsverein mitzuarbeiten. Der Verein „Freundschaft mit Jaroslawl“ konnte mit seinem Engagement jedenfalls über mehr als 10 Jahre etwa 60 Vereinsmitglieder gewinnen. Die meisten von ihnen interessieren sich außerordentlich stark für die Arbeit im Sinne der Partnerschaft mit Jaroslawl und bringen sich mit bemerkenswertem Elan darin ein.

 

Perspektiven und Verpflichtungen in der Zukunft

 

Zur finanziellen Seite der Arbeit des Vereins „Freundschaft mit Jaroslawl“ ist zu erwähnen, daß im Rahmen der städtischen Richtlinien für Partnerschaftsbegegnungen auch unser Verein von der Stadt Hanau gut und fair behandelt wird. Dennoch erbringen die Vereinsmitglieder auch beachtliche finanzielle Einzelleistungen, einmal durch Mitgliedsbeiträge, aber auch durch Spenden, meist im Zusammenhang mit erbetenen Geburtstagsspenden für bestimmte humanitäre Projekte in der Stadt Jaroslawl. Dem Verein fließen auch, oft erstaunlich hohe, Spendengelder zu, wiederum meist gebunden an bestimmte humanitäre Projekte.

 

Nicht unterschätzt werden sollte aber auch die vielfältige ehrenamtliche Arbeit von Vereinsmitgliedern und anderen Helfern bei Partnerschaftsbegegnungen. Hierzu zählen die Aufnahme russischer Gäste im eigenen Haushalt, die fast ständige Betreuung russischer Besuchergruppen und dergleichen mehr.

 

Und dies ist eine durchaus erwähnenswerte Besonderheit bei der russischen Stadt Jaroslawl: Besucher von dort müssen, anders als bei Begegnungen mit unseren Partnerstädten in Frankreich, in den Niederlanden oder in England, gewiß noch für eine gute Zeit, verantwortungsvoll betreut werden. Aber die Entwicklung geht wie bei den anderen Hanauer Partnerstädten aus den 60iger Jahren des letzten Jahrhunderts in die gleiche Richtung: mehr und mehr ist es auch für russische Besucher in Hanau ein Stück Normalität, Freunde in einem anderen Land zu besuchen.

Allerdings darf die noch zurückzulegende Wegstrecke wiederum nicht unterschätzt werden: die Notwendigkeit, Visa zu beantragen, wenn Besucher von Hanau nach Jaroslawl oder umgekehrt wollen, zeigt die Unterschiede beispielsweise mit Dartford, Doorn oder Francheville auf.

Diese Unterschiede und das Bemühen, mit diesen zu arbeiten und, falls Probleme auftauchen, diese zu überwinden, machen nun wiederum den Reiz aus, den viele Menschen veranlassen, nun gerade sich für diese Partnerschaft zu engagieren, mit einer russischen Stadt, mit dem an der Wolga gelegenen, schönen Jaroslawl.

 

gez.: Klaus Remer, Vorsitzender